„Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und demokratische Wachsamkeit.“

Wer war Otto Brenner ?

Otto Brenner wurde am 8.11.1907 in Hannover geboren. Nach dem 2. Weltkrieg war er Mitbegründer der Gewerkschaften und der SPD in Niedersachsen. Von 1956 bis zu seinem Tode 1972 war er Erster Vorsitzender der IG Metall. Nach dem Ende des Krieges und der Befreiung von der Nazi-Diktatur beteiligte er sich aktiv am demokratischen Neuaufbau.
Im Dezember 1991 erhielt unsere Schule den Namen Otto-Brenner-Schule anlässlich des 100. Geburtstages der IG Metall.

Als Sohn eines Mechanikers musste Otto Brenner bereits früh die Schule verlassen und aus der Not seiner Familie heraus eine Tätigkeit als Hilfsarbeiter in einer Kesselfabrik als Nietenpresser und Nietenwärmer aufnehmen. Dabei zog er sich starke Schädigungen an Lunge und Bronchien zu. Später konnte er sich beruflich als Elektriker qualifizieren.
Schon früh schloss er sich dem Metallarbeiter-Verband an und war in der Arbeiterbewegung, in der SPD und später der SAP aktiv. Er war Betriebsrat bei der Hanomag.
Otto Brenner war aktiv im Widerstand gegen die Nazis. Wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ wurde er deswegen 1933 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Bei den ersten Kommunalwahlen nach dem Krieg wurde er am 13.10.1946 in den Rat der Stadt Hannover gewählt. Unter seiner Leitung beschloss der Schulausschuss am 11.01.1952 die Pläne zum Bau des Berufsschulzentrums am Waterlooplatz. Er wurde dadurch einer der Väter unserer Schule. Gut ein Jahr später am 20.04.1953 konnte das erste Gebäude bezogen werden. Das war die Geburtsstunde der Gewerblichen Berufsschule V, die damals durch eine Teilung der Gewerblichen Berufsschule IV entstand. 50 Jahre später, am 01.08.2003, wurden beide Schulen zur bbs|me – Otto-Brenner-Schule wieder vereint.

Otto Brenners Anliegen war es, „Hauptschule und Berufsschule aus dem Hinterhof des Bildungssystem zu befreien“. Öffnung und Durchlässigkeit auf allen Ebenen des Bildungssystems, besonders die soziale Öffnung der Hochschulen für Arbeiterkinder waren bildungspolitische Ziele, die Otto Brenner für die IG Metall formulierte.

Zwei Jahrzehnte war Otto Brenner der wohl wichtigste Gewerkschaftsführer der Nachkriegszeit und hat einen bedeutenden Beitrag für die demokratische Entwicklung und die sozialen Rechte der Arbeitnehmer in unserem Land geleistet.